Texel - Vlieland Tagesausflug


 



Eigentlich gibt es keinen Grund Texel während des Urlaubs zu verlassen, hat man sich doch monatelang darauf gefreut. Trotzdem reizte es uns schon seit ein paar Jahren mal einen Tagesausflug nach Vlieland zu machen. Direkt am ersten Urlaubstag fuhren wir nach De Cocksdorp und kauften die Karten. Gerade in der Haupturlaubszeit empfiehlt es sich die Karten schon im Voraus zu besorgen, damit die Fähre nicht ohne einen ablegt.

Vier Tage später stehen wir pünktlich um 9.15 Uhr in De Cocksdorp am Steg. Jeder der diesen Fähranleger schon mal gesehen hat, wird bestätigen, dass man unvermittelt an das berühmte „über die Planken gehen“ aus Piratenfilmen erinnert wird. Ganz geheuer ist es Holly & Luca nicht, über die wackligen Holzbretter zu laufen und darunter die Wellen platschen zu hören, aber nach 30m erreichen wir die „De Vriendschap“ wo wir freundlich vom Kapitän begrüßt werden. Kurz nachdem wir einen guten Platz gefunden haben, legt das Schiff auch schon Richtung Vlieland ab. Das wir ganz vorne am Bug der De Vriendschap nicht unbedingt den Hundefreundlichsten Platz erwischt haben, merken wir, als die selbige den Kurs ändert und nicht mehr parallel zum Strand, sondern nach Steuerbord Richtung Vlieland fährt. Wir werden hin und her geschaukelt und auch die ein oder andere Welle klatscht uns entgegen. Für einen anderen sicheren Platz ist es nun zu spät, das Schiff ist voll und jeder Platz belegt. Also stabilisieren wir die Hunde zwischen unseren Beinen bis die See wieder ruhiger wird. Wer keine Achterbahnerprobten Hunde hat, sollte sich vielleicht besser einen Platz in der Nähe der Brücke suchen, da schaukelt es deutlich weniger. Nach gut 40 Minuten erreichen wir den Steg an der Westspitze von Vlieland dem Vliehors. In der Ferne sehen wir schon den imposanten gelben Dünentruck näherkommen der uns 8km durch die Sahara des Nordens zum Posthuys bringt. Auch hier haben wir uns mit den Hunden wieder günstig ganz ans Ende gesetzt, wo es etwas mehr Platz gibt, sodass die Fellnasen nicht nur Füße und Beine um sich herum haben. Die Fahrt über diese riesige Sandfläche  ist sehr beeindruckend und erinnert an eine Tour durch die Wüste.

Am Posthuys angekommen, sind Holly & Luca froh, endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Man kann nun wählen ob man mit dem Bus weiter zum 7km entfernten Inseldorf Ost-Vlieland fährt, oder sich ein Fahrrad leiht. Wir entscheiden uns für keines der Fortbewegungsmittel und gehen zu Fuß. Zuerst durch den Wald, dann an der Wattenmeerseite mit Blick auf 10 Löffler die im seichten Wasser nach Nahrung suchen, immer weiter in Richtung Inselort. Mit einem kurzen Abstecher zum Leuchtturm erreichen wir den Ort und schlendern durch die kleine Straße mit einladenden Geschäften und Galerien. Kurz bevor wir den Hafen erreichen, steigt uns der Geruch von frischen Pfannkuchen in die Nase. Ein Blickwechsel, ein Nicken schon sitzen wir im gemütlichen Biergarten des Pannenkoekenhuis de Lickebaert. Kaum hat die Bedienung uns den riesigen Pfannkuchen mit frischen Äpfeln gebracht, landen 2 Spatzen auf unserem Tisch und betteln erfolgreich nach einer kleinen Gabe. Dies bleibt von den Hunden nicht unbemerkt, sodass wir unser Mittagessen schlussendlich mit Hund und Spatz teilen. Satt und zufrieden schlendern wir nun weiter und erreichen nach wenigen Minuten den Hafen und Fähranleger, der Vlieland mit dem Festland verbindet. Hier gibt es einige Möglichkeiten zu verweilen. Wir entscheiden uns für eine Bank mit Wattenblick und beratschlagen den weiterten Tagesablauf.

Um viertel nach fünf müssen wir wieder am Posthuys sein. Da die Hunde schon etwas müde von der Wärme und dem 9km langen Marsch sind, entscheiden wir uns dafür, den Rückweg nicht mehr zu Fuß anzutreten und stattdessen den Ort noch etwas zu erkunden und dann mit dem Bus zurück zu fahren. Um vier Uhr sind wir wieder am Posthuys. Uns bleibt noch genügend Zeit in Ruhe einen Cappuccino zu trinken und in den Kroons Polders die Gänse mit ihrem Nachwuchs zu beobachten. Wer mit dem Rad auf der Insel unterwegs ist, schafft es ohne Probleme diese während des Tages zu umrunden und erkunden. Pünktlich geht es nun in umgekehrter Reihenfolge -Dünentruck, Fähre- wieder Richtung Texel und schon ist in der Ferne der rote Leuchtturm zu sehen.

Wir hatten einen tollen Tag auf Vlieland, wo es noch ein wenig ruhiger und entschleunigender zugeht als auf der großen Schwester.